Game Changers., Generation Y.

Dieses Jahr gibt es keine Geschenke!

Nichts ist so leicht dahingesagt wie der Satz: „Schatz, nächstes Jahr schenken wir uns mal nichts zu Weihnachten.“ Vor allem wenn man gerade vollgefuttert, reich beschenkt und völlig fertig von dem Stress der letzten Tage ist. Nur ein abgebrühter Charakter steht diesen nahezu frommen Wunsch bis zum bitteren Ende durch.

Ach, liebes Weihnachten. Du und ich haben schon viel zusammen durchgestanden. Was war ich gestresst, verärgert und unter Strom die letzten Jahre. Und das alles nur für knapp eine halbe Stunde Bescherung.

Rückblickend empfand ich jedes Weihnachten jedoch besonders gut, weil es so viel zu Essen gab, stundenlang Kekse gebacken wurden und die romantischen Stunden unter dem Weihnachtsbaum ganz besondere waren. Warum sollte ich mir dieses Jahr also wieder den ganzen Stress geben? Da es hier viele Erklärungen und schlaue Buchautoren gibt, fasse ich mal nachfolgend zusammen.

Woher kommt der Geschenkewahn eigentlich?

Psychologen und Buchautoren haben dieses Thema bereits in vielen Büchern und auch bei Wikipedia ausführlich thematisiert. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Geschenke bereits in der Steinzeit ein Bestandteil unserer Kultur waren. Sie zeigten, dass man füreinander da war. Quasi als Grundgerüst für das menschliche freundliche Miteinander.

Wenn ich heute jedoch meinem Partner oder meiner Partnerin etwas schenke, um ihn/sie davon zu überzeugen, dass ich für ihn oder sie da bin, dann habe ich aber den Sinn einer Beziehung nicht wirklich verstanden. Glaube ich zumindest.

 

Die Freuden des Nicht-Schenkens

Es spart nicht nur Geld, Stress und Zeit, sondern vor allem auch Nerven. Wie oft denken wir darüber nach, was wir unseren Liebsten Passendes schenken könnten. Ich für meinen Teil sitze häufig schon im Juli an meiner Liste mit Ideen. Jeden Satz meines Gegenübers, der mit „Vielleicht kaufe ich mir mal…“ beginnt, schnappe ich auf und setze ihn sofort auf meine Weihnachtsliste. Mit der Hoffnung, dass die Person es sich selbst bis dahin noch nicht gekauft hat und ich ihm oder ihr damit eine angemessene Freude bereiten kann. Insgeheim erhoffe ich, dass mein Gegenüber jedoch den gleichen Aufwand auch für mich betreibt und ich mich über mein Weihnachtsgeschenk besonders freuen kann.

Die Kunst, den passenden Deal zu finden

Anstatt den Standard-Satz zu bringen „Schatz, dieses Jahr schenken wir uns mal nichts“ kann es sehr hilfreich sein, das Gewünschte umzuformulieren und positiv zu besetzen – steht in den klugen Büchern und Zeitschriften-Artikel mit den auffällig schönen Bildern. Zum Beispiel mit dem Vorschlag: „Wir schenken uns nichts und fahren stattdessen lieber gemeinsam in den Urlaub“. Klingt wunderbar und sehr pragmatisch. Hier scheiden sich aber leider die Geister.

 

Es war doch schon immer so

Weihnachten ist ein klassisches Beispiel für die Ansagen: „Es war schon immer so und wird auch immer so bleiben“ und den Schlachtruf „Das ist Tradition“. Wie jedes Jahr, gibt es auch dieses Jahr in vielen Wohnzimmern wieder Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen, der Baum wird wieder prunkvoll geschmückt, bis die Katze alle Kugeln oder gleich den gesamten Baum abräumt. Der Hund pennt unterm Baum oder hat sich bereits mehrmals unter dem Tisch übergeben, weil er zur Feier des Tages etwas „ganz Feines“ zum Abendbrot bekommen hat (auch dieses Jahr gilt wieder: Schokolade ist nichts für Hunde). Abweichungen von traditionellen Abläufen werden hier absolut nicht gerne gesehen. Für viele scheint Weihnachten sogar weniger Wert zu sein, wenn der vorweihnachtliche Stress mal ausfällt. Je nachdem, wie streng die Tradition hier angesehen wird, sollten „neue“ Traditionen vielleicht zunächst mit den anderen Angehörigen abgesprochen werden, damit auch wirklich alles glatt läuft.

Traditionen mal neu besetzen

Viele Psychologen haben sich diesem Thema schon einmal angenommen. Besonders um die Weihnachtszeit herum wird jedes Jahr aufs Neue festgestellt, dass Schenken ein soziales Mittel ist, um dem Gegenüber zu zeigen „Du bedeutest mir etwas!“. Damit es dieses Jahr wirklich mit dem „Nichts-schenken – außer Zeit füreinander“ mal klappt, können folgende zusammengefasste Tipps  (eventuell) sehr hilfreich sein:

  • Frühzeitige Ankündigung
    • Damit Traditionen neu besetzt werden können, müssen Sie frühzeitig bekannt gegeben werden. Hierfür sind alle Familienmitglieder einzuspannen, um peinliche Situationen an Heiligabend möglichst zu vermeiden.
  • Klare und deutliche Ansagen
    • Bei der Vereinbarung mit dem oder der Liebsten sollte darauf geachtet werden, dass ein gemeinsamer Kompromiss gefunden wird. Einfach zu sagen, dass man einander nichts schenkt, kann zur Unstimmigkeit führen.
  • Den Kompromiss zeitlich befristen
    • Eine Versprechung ins Leere hat einen ähnlichen Effekt wie keine Versprechung. Einen Kompromiss wie zum Beispiel „Gemeinsam in den Urlaub fahren“ sollte auf einen Zeitraum festgelegt werden.
  • Und zu guter Letzt: Schokolade ist für Hunde nichts! Auch dieses Jahr wieder nicht!
Auch dieses Jahr gilt wieder: Schokolade ist nichts für Hunde! http://life-unsettled.com/geschenke/ Klick um zu Tweeten

Ich wünsche euch ein schönes Fest und eine gute Weihnachtszeit! Falls ihr doch noch ein „Nicht“-Geschenk sucht, dann probiert es mal hiermit (Buch von Mark Spörrle). Soll sehr lustig sein und passt vom Titel her ganz gut, als „Nicht-Geschenk“, finde ich.

Über deinen Erfahrungssenf vom „Nicht“-Schenken freue ich mich übrigens sehr! Vielleicht fehlen oben auch noch ein paar Tipps? Kann das überhaupt klappen? Was meinst du?

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2 Kommentare

  • Reply Susan Dezember 2, 2015 at 10:54 pm

    Das ist wirklich ein schöner Artikel. Mir ist dieses ausufernde schenken zu Weihnachten schon lange zuwider und ich bin ein wenig auf der Suche nach einem Weg aus der weihnachtlichen Konsumspirale. Dafür lieferst du tolle Lösungsansätze, danke dafür!

    Gruß Susan

    • Reply Farina Dezember 5, 2015 at 9:16 pm

      Hey Susan,
      ich hoffe es gelingt dir! Und ich hoffe auch, dass es bei mir klappt. Vielleicht kommt im Januar dazu noch mal etwas ^^
      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!!
      Liebe Grüße!

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